„Sei getrost und unverzagt“
dieser Vers aus dem Josuabuch ist mein Ordinationsspruch und begleitet mich seit Beginn meines Dienstes als Pfarrerin. Er erinnert mich daran, dass Gott Menschen Mut zuspricht in allen Lebenslagen, und dass Vertrauen stärker ist als Angst. Dieses Wort prägt mein Selbstverständnis im Pfarramt bis heute.
Als Pfarrerin begegne ich Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen: in Momenten des Glücks und der Dankbarkeit ebenso wie in Zeiten von Abschied, Krankheit oder Zweifel. Immer wieder erlebe ich, wie wichtig es ist, dass jemand da ist, zuhört, aushält und gemeinsam nach Hoffnung sucht. „Sei getrost und unverzagt“ ist Gottes Zusage an jeden Menschen: Du bist nicht allein auf deinem Weg.
Mein Pfarramt verstehe ich als Dienst an der Gemeinde und an den Menschen. Kirche ist für mich ein Ort der Begegnung, der Gemeinschaft und des offenen Glaubens. Ich wünsche mir für unsere Gemeinde, dass Fragen erlaubt sind, dass der Glauben lebensnah gelebt wird und in der Menschen Ermutigung erfahren – ganz unabhängig davon, wo sie gerade stehen.
Der Zuspruch an Josua macht deutlich, dass Mut nicht bedeutet, alles im Griff zu haben. Vielmehr heißt es, sich auf Neues einzulassen und darauf zu vertrauen, dass Gott mitgeht. Gerade in Zeiten des Wandels, den Kirche heute erlebt, ist dieser Mut wichtig. Ich sehe es als meine Aufgabe, gemeinsam mit der Gemeinde neue Wege zu suchen und Vertrautes nicht zu vergessen.
Mein Ordinationsspruch ist dabei ein Wort, das trägt und weitergegeben werden will: getrost und unverzagt.